Ulrike OTTINGER > Ausstellungen > 2013 - kestnergesellschaft Hannover

Ulrike Ottinger | Weltbilder

Auszug aus dem Katalog-Vorwort

 

Ulrike Ottinger schafft verstörend schöne Bilder. Sei es als Filmemacherin, als Fotografin oder als Szenografin opulenter Installationen wie eben jetzt in der kestnergesellschaft. Wie ein roter Faden zieht sich ihre Neugier auf das Fremde und Andere durch all ihre künstlerischen Bühnen. [...]

Nach meinen Begegnungen mit Ulrike Ottinger hatte ich den Eindruck, dass sie die Welt um sich herum ausschließlich in visuellen Einstellungen wahrnimmt, als Miniplots, die Fragen aufwerfen oder Erkenntnisse preisgeben. Die Skizze ist für sie Werkzeug zum Finden von Lösungen. Die Vielfältigkeit ihrer Themen und Interessen ist beeindruckend; sie ist eine Reisende von einer Expedition zur nächsten, eine rastlose Tiefsinntaucherin. Ihre Forschungsergebnisse übersetzt Ulrike Ottinger in theatrale Bilder, in bizarr-surreale Staun- und Schaustücke, wobei sie Differenzen und Devianzen für paradoxe Realitätsverzeichnungen einsetzt. Das gilt natürlich zuerst für ihre Spielfilme, aber auch für die dokumentarischen Arbeiten, bei denen sie die unausweichlichen kulturellen Differenzen zivilisatorischer Rituale durch farbstark komponierte Kamerabilder emotional auflädt.

 

Veit Görner

Weitere Bilder der Ausstellung

von Christoph Ehleben auf der nächsten Seite

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Text zur Ausstellung

Es ist ein altes Buch zu blättern, Athen – Oraibi, alles Vettern. Aby Warburg

Mit diesem Zitat begrüßt Ulrike Ottinger die Besucher ihrer Ausstellung »Weltbilder«. Der von Aby Warburg 1923 notierte Satz schwebt, flankiert von zwei Eulen – Sinnbild der Weisheit und Wahrzeichen Athens – über den sechs Türöffnungen, die den Zutritt zu den Bildern der Welt ermöglichen. Noch davor zwischen den Eingängen präsentiert Ottinger fünf ihrer Dreh- und Arbeitsbücher, die im Kontext eines jeden Projekts – Film oder Ausstellung – entstehen und mit Skizzen, Grundrissen, Textfragmenten, Dialogen, Regieanweisungen, Filmeinstellungen und zahlreichen Bildern bestückt sind. Schon in ihnen eröffnet sich die Welt der Bilder Ottingers – ihr Denken in und mit Bildern: Dokumentarisches steht hier neben Fiktivem, selbst aufgenommene Fotos neben gefundenen Materialien, Abbildungen traditioneller Trachten neben selbst entwickelten Kostümen und Masken zu ihren Filmen.

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