Pressestimmen

Federball mit Schaufeln. Christina Bylow, Frankfurter Rundschau, 16.09.2011

Diese zarte und große Komposition enthält alles, was Ulrike Ottinger in ihrem gesamten Schaffen beschäftigt. Wie reagieren Menschen auf eine Natur, die ihnen enorme Überlebenskräfte abverlangt? Wie besänftigen sie ihre Angst? Wie verleihen sie ihren Sehnsüchten und Wünschen Ausdruck? Welche Geschichten erzählen sie einander, wie verändern sie diese im Laufe der Zeit? Wie markieren sie ihre Wege, welchen Göttern, opfern sie ihre Gaben?

Das Spiel der Füchsin. Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung, 15.09.2011

Das Materielle und das Mythische sind der Stoff, aus dem Ulrike Ottinger ihre Filme macht, sie bildet sie ab in ihrer Verschränkung, wie aus natürlichen Prozessen gesellschaftliche Rituale entstehen und wieder zurückwirken auf die Natur.

Diese Wesen, diese Menschen. Hans-Jürgen Heinrichs, Die Welt, 09.09.2011

[…] Überwältigend die Schönheit der Formen und Farben und die Macht der Rituale und Zeremonien. Alles scheint so geordnet und bis in alle Ewigkeit festgefügt. Und dennoch: die individuelle Existenz, die bösen Geister (die beständig zum Kampf herausfordern) und die Götter (die nach Opfern verlangen) stehen in einem aktiven Spannungsverhältnis. Das Neujahrsfest, auf das sich der Film langsam zubewegt, stellt den Höhepunkt der zeremoniellen Bewältigung von Wirklichkeit dar. Wieviel Gestaltungskraft mobilisieren die Menschen hier, um dem Leben eine Form zu verleihen – bis hin zu der sicher heitersten Szene, dem mit großen Schneeschaufeln ausgeführten Federballspiel zu Ehren der Götter. Das Spiel heißt „den Ball zurück geben“ – und Ottinger bemerkt: „das Spiel der Kulturen, wie es im Idealfall sein sollte. […] Ulrike Ottingers Werk besticht in seiner schönen Verknüpfung von Ernsthaftigkeit und Heiterkeit, von Strenge und Poesie, von Epos und Leichtigkeit, von Mythos und Geschichte, von Tradition und Moderne.