Pressestimmen

'The Korean Wedding Chest': Ulrike Ottinger in top artistic form. Betsy Sharkey, The Los Angeles Times, October 1, 2009

For Ulrike Ottinger, film is a canvas and the acclaimed German documentarian is as much artist as filmmaker. And so it is again with "The Korean Wedding Chest," screening Monday night at REDCAT. It opens on a snowy day, a car driving through a tunnel deep inside the belly of a mountain, as the narrator tells the story of the Ginseng man and woman, transformed into humans and given this advice: Live among them and you will understand them. They are words Ottinger took to heart, capturing the collision of ancient tradition and modern culture on the subject of love and marriage in Korea in a film that echoes the beauty, precision and care of the rituals she examines. It is a rare chance to see the stunning, quiet work of Ottinger, whose films tell us only what we need to know. Nothing more, nothing less.

L.A. Times

Tenderly observed personal documentary on Korean wedding customs. Peter Brunette, Hollywood Reporter, 12.2. 2009

Centered on the uneasy but fascinating marriage between old and new wedding customs, the film is by turns revealing and hilarious. [...] Happily, it's all presented in a straightforward manner with no explanatory voiceover other than a lovely myth, written by Ottinger herself, which bookends the film. Near the beginning of the film we are treated to an explanation by a wedding chest maker of exactly what the chest contains, as she lovingly packs and unpacks it before our amazed eyes. It's exactly the method of Ottinger's delicately observed film.

 

Hollywood Reporter

 

Jenseits des Pauschalen. Carsten Tritt, Schnitt, Oktober 2009

[...] Es gelingt es Ottinger mit ihren Aufnahmen, den Zuschauer ins Erstaunen zu versetzen und dies sogar fernab von jedem vordergründigen Spektakel. Es ist ihr vielmehr präziser, ruhiger Blick für das Wesen der Dinge, der über die gesamte Filmlaufzeit fasziniert und fesselt. [...] Ottingers Werk ist eine Reise jenseits des Pauschalen, die selbst in solchermaßen Bekanntem noch das Entdecken ermöglicht.[...] Besonders erfreulich ist, daß ihr Film nicht nur seine Runde durch diverse Festivals machte, um hiernach, wie viele ähnlich den Mainstream ignorierende Arbeiten, wieder im Keller der Produktionsfirma zu verschwinden, sondern daß diesem feinen Meisterwerk tatsächlich ein, wenn auch kleiner, Verleihstart vergönnt ist, und daher ist dringend anzumahnen, daß es, sollte es tatsächlich eine Gelegenheit geben, diesen Film in einem nahen Kino zu sehen, eine Schande wäre, diesen Genuß zu verpassen.

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Knoten im Gepäck ziehen böse Geister an. RITUAL UND GELÄCHTER. Claudia Lenssen, taz 1.10.2009

[...] Die östlichen Kulturen haben es Ulrike Ottinger angetan. Unter den rund 20 Filmen der Fotografin, Grafikerin, Film- und Opernregisseurin sind einige, die den visuellen Reichtum asiatischer Alltagskulturen, die Vielfalt exotischer Farben und Formen und nicht zuletzt die Rituale beschwören, die der mythische Urgrund dieser Traditionen sind. [...] Ulrike Ottinger schaut hin und lässt sich die Dinge und ihre Magie beschreiben. In eine koreanische Hochzeitstruhe gehören kleine, sorgfältig ausgewählte, in farbige Tücher gewickelte Objekte, zum Beispiel Nahrungsmittel, die für das künftige Glück (das heißt traditionell: Kindersegen, Wohlstand und Gesundheit) stehen. Man sieht einer kundigen Bewahrerin der Sitte in ihrem alten Geschäft beim Packen zu und folgt ihrem Boten, der die Kiste in einem kompliziert gewundenen Haltegurt zum Haus der Braut trägt, denn Knoten im Gepäck könnten böse Geister auf den Plan rufen. Alle Strenge des tradierten Rituals fällt ab, wenn man den Feiern in einem der großen Hotels in Seoul beiwohnt. Vor der Kamera lösen sich die Rituale immer wieder in Gelächter auf. Längst nicht mehr alle Gäste haben die Gänge, die Kopfbewegungen, die Spiele ums symbolträchtige Verspeisen von Trockenobst präsent. Doch in Ulrike Ottingers Fundstücken koreanischer Glückszeremonien teilt sich der Spaß am "Alten im Neuen" unmittelbar mit.

 

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Fest mit Marionetten. Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung, 8.10.2009

[...] Eine Love-Story von Ulrike Ottinger, und die vielfältigen Beobachtungen, die diese glaneuse, diese Kinosammlerin in Korea machte, sind aufgefädelt an der mythischen Geschichte von zwei Wurzelwesen, Ginsengmann und -frau [...] Ein wunderbares Zusammenspiel, wie im asiatischen Theater, die Marionetten und neben ihnen, sichtbar, aber "übersehen", jene, die die Fäden führen. Illusion, in der keiner sich täuscht.

Die koreanische Hochzeitstruhe, Jan Gympel, Tagesspiegel, 1.10.2009l

Wie schon in „China. Die Künste – Der Alltag“ oder „Taiga“ blickt Ulrike Ottinger auf das Leben in Asien, und zwar ebenso aufmerksam wie unaufgeregt: Einen gesprochenen Kommentar gibt es nicht, lediglich ein kurzes Märchen wird aus dem Off erzählt, intensiv beobachtet die Kamera das Geschehen. Es beginnt bei einer Schamanin und bewegt sich dann in Bereiche, die als „modern“ bezeichnet werden. Die gezeigte Hochzeitsfeier ist eine für abendländische Augen recht bizarr anmutende Mixtur aus koreanischem Brauchtum und westlich geprägten Sitten, mit viel High Tech und High Kitsch. So bietet dieser Film nicht nur einen interessanten Einblick in eine fremde Kultur, sondern zeigt vor allem den Spagat der südkoreanischen Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne.

Ritual der Liebe. Christiane Peitz, Tagesspiegel, 13.02.2009

Ulrike Ottinger ist eine leidenschaftliche Sammlerin. In ihren Filmen sammelt die Berliner
Regisseurin Kulturen, Rituale, Schönheit. Bilder von Menschen, Städten, Ländern. Dabei sind ihre sorgfältigen Expeditionen in die Fremde niemals nüchtern anthropologisch: Ottinger stellt ihre Fundstücke nicht aus, sie staunt einfach nur – und freut sich. Diesmal über das Hochzeitsritual in Korea, über die Gleichzeitigkeit von Schamanismus und Konsum, uralter Tradition und modernem Metropolenleben.

 

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Seide statt Plastik. Christina Bylow, Berliner Zeitung, 11.02.2009

Die Kordeln dürfen nicht geknotet werden, das bringt Unglück. Also liegt die in rotes Seidenpapier eingeschlagene Hochzeitstruhe in einer Tragekonstruktion aus kunstvoll ineinander verschlungenen weißen Bändern - so wird sie von einem Boten vom Haus des Bräutigams zu den Eltern der Braut gebracht. Blau und rot sind die Geschenke verpackt: Tücher und Stoffe, darunter Baumwolle für die Windeln, in die das erste Kind gewickelt werden soll. Hochzeiten dienen der Reproduktion. In Korea sind sie keine Privat-, sondern eine Familienangelegenheit.

 

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Akkordbräute. Leo Wild, FAZ, 13.2.09

[...] Dem Motiv der Hochzeit wie schon etwa in "Taiga" (1992) auf der Spur, entwickelt Ottinger in ihrer "Koreanischen Hochzeitstruhe" eine ruhige Bildsprache, die unaufdringlich die Kluft zwischen Tradition und westlicher Moderne einfängt. Ihre erste Dokumentation aus Südkorea bleibt voll Respekt, ohne noch die charmatesten Absurditäten abzuwerten oder zu trivialisieren. [...]