Pressestimmen

Ulrike Ottingers Transsibirische, der Spielraum für den ersten Teil ihres Films JOHANNA D'ARC OF MONGOLIA, ist eine Antiquität auf Rädern. In solchen Zügen reiste man früher nach Marienbad, Karlsbad oder BadenSalza [...] Die Eisenbahn ist Metapher für den ständig wechselnden Blickpunkt und die Empfehlung an den Zuschauer, sich auf standpunktlosen Relativismus einzustellen [...] Es ist ein Film, der sich nach Osten bewegt, mit Figuren, wie wir sie seit den Dreißigern nicht mehr auf der Leinwand gesehen haben. Als Bilderfundus war diese Richtung tabu. Wer traute sich schon, einen sowjetischen General mit einer Lermontowschen oder einer Puschkinschen Aura auszustatten und seine Ordensketten als Dekorationsmoment in Betracht zu ziehen. Niemand kam auf die Idee, den unzeitgemäßen Stil einer georgischen Damencombo zu imaginieren. Kein Musicalstar vom Broadway ist nach 1945 in der Transsibirischen gereist, aber diese Fanny Ziegfeld ist ein treffendes Bild, denn der Eiserne Vorhang ist ein Theaterterminus, und lange Zeit war er allenfalls für Kulturaustausch durchlässig [...]
Frieda Grafe, Süddeutsche Zeitung, 3.4.1989 


Ulrike Ottinger hat sich in ihrem neuen Film [...] zu einer höchst interessanten Vermischung von Fiktion und dokumentarischer Exkursion in eine fremde Kultur entschlossen [...] Komische Aspekte inszeniert Ulrike Ottinger dabei ganz als Situationskomik im Aufprall der beiden Kulturen. Jeder Anflug von Exotismus wird gebrochen im einerseits dokumentarischen Gestus und andererseits durch die Herausarbeitung der ästhetisch-autonomen Aspekte des Fremden. Die Reise in die Vergangenheit verläßt so nie die Moderne, sondern rettet sie als Wahrnehmungsstruktur. Der Faszinismus des in der Ferne Gesehenen wird als neue Erfahrung mit auf die Rückreise genommen [...] 
So schließt Ulrike Ottinger an die moderne Sicht auf die fremde Kultur an, ohne ihrem Mythos zu erliegen. Das gibt dem Film eine Fähigkeit zur Komik und auch Heiterkeit, die mitunter verblüfft, zumal sie der Aufbruchstimmung nachgibt, die Abenteuer möglich macht.
Gertrud Koch, Frankfurter Rundschau, 16.2.1989   


The director is at her playful best in upsetting the clichés of strangers on a train[...] JOHANNA D'ARC turns into a travelogue. But few travelogues are this rich, ambitious and unusual." 
Caryn James, The New York Times


JOHANNA represents the fanciful attempt of a unique German filmmaker to explore the way extremely different cultures migrate and influence each other. The theme of the wanderer/outsider, carrier of diverse ideas, runs through all of Ulrike Ottinger's strikingly original films.
Judy Stone, San Francisco Chronicle


Certainly, the (1989 Women in Film) Festival's most inventive work is the personal vision personified, it's JOAN OF ARC OF MONGOLIA, a wickedly delightful look at the headlong collision of two cultures by writer-director-producer Ulrike Ottinger [...] Sophisticated, mysterious and deliriously beautiful [...] 
Sheila Benson, Los Angeles Times