Pressestimmen

Volker Baer, Der Tagesspiegel, 25.10.1975

 

Valeska Gert! Das macht neugierig: Das ist zugleich auch mehr: ein Versprechen! 

 

 

Eric Oluf Jauch, Applaus, Magazin Nr. 1, Berlin, Jan. 1977

 

[…] BETÖRUNG übt eine subversive Kritik an unserer Gesellschaft. Der dargestellte Prozeß jeglicher Sterilisierung ist zwangsläufig, aber 'die Erinnerung an den Vogel hält die Utopie wach'. Und in der Tat: solange Streifen wie dieser entstehen können, ist die Zukunft noch keine beschlossene Sache […].

 

 

Helga Belach, Berliner Studentenzeitung, 2/1975

 

[…] die Stärke des Films liegt im Visuellen, und in den schönsten und dichtesten Sequenzen wurde der Text nicht denunziert, sondern integriert. Vögel sterben: der alte, gezauste (von Valeska Gert bewundernswert intensiv gespielt!) und der prächtig gefiederte (Tabea Blumenschein), Opfer eines kindlich-grausamen Wesens (Tabea B.), das spielerisch mit Federn und Muscheln, Stilett und Pfeil und Bogen Todesrituale zelebriert. Matrosen sterben, nachdem sie begierig durchs Fernglas geblickt. Einer entrinnt und vögelt mit goldenem Schwanz in einem Transvestitenpuff ein Südseemädchen; die Szene begleitet gemeines, penetrantes Lachen im Hintergrund. Den Mann spielt ein Mädchen (Tabea B.) mit frech aufgeschminktem Bärtchen: Lust kindlichen Theaterspiels, Lust des Sich-Verkleidens und -Verwandelns. Der Reiz liegt in der Vielschichtigkeit, sei es hier in der Burleske, sei es, wenn Schönheit ironisch im Kitsch zitiert wird […]: der Film gewinnt dann eine neue, eine poetische Dimension […].

 

 

Norbert Jochum, DIE ZEIT, 23.11.1979

 

[…] Die Sirene schreitet, violett gekleidet und mit einem eckigen Turban auf dem Kopf, durch den Wüstensand (die Wanderdüne auf Sylt, wo der Film in wenigen Wochen mit kleinstem Team gedreht wurde), und eine rhythmische Blendenvariation signalisiert das Verfließen von Zeit. Aber auch, wie sich später erweisen wird, den Herzschlag des Schicksals. Verweisen solche Techniken (die in abgewandelter Form wieder in Bildnis einer Trinkerin auftauchen) auf den Experimentalfilm, so gibt es andererseits auch Sequenzen, die die Collage zur filmischen Montage erweitern: Valeska Gert spielt den alten Vogel, und ihr Sterben wird, in einer Parallelmontage, begründet aus dem Tod des jungen Vogels. (Für diesen Film, sagt Ulrike Ottinger, hätten sie alle Federn gekauft, die in Berlin nur irgend zu finden waren. Und die trägt alle Tabea Blumenschein.) […]