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I'M A BELIVER

POP ART UND GEGENWARTSKUNST AUS DEM LENBACHHAUS UND DER KICO STIFTUNG

 

Mit der Pop Art haben das Alltägliche, das Unterhaltsame und die Ironie die Hochkultur erobert. Die Pop Art führte die Kunst an den Puls der Zeit. Die Euphorie des Wirtschaftswunders und des florierenden Kapitalismus der 1950er und 60er Jahre fanden in dieser Kunstform ihr künstlerisches Spiegelbild. Pop Art war aber auch immer die kritische Umarmung der gesellschaftspolitischen Bedingungen, die nicht mehr bekämpft werden konnten. So bediente sich Andy Warhol der Prinzipien des Kapitalismus, der Werbung und politischen Agitation oder der Oberflächlichkeit des Fernsehens, um ironische Distanzierung zu bewirken.

Die Ausstellung I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung beginnt mit klassischen Positionen wie Andy Warhol, Thomas Bayrle, Ulrike Ottinger und Hannsjörg Voth. Von Sigmar Polkes German Pop über Stephen Shores Fotografien nordamerikanischer Vorstädte führt die Ausstellung bis in die Gegenwart des Populären in der Kunst. In dieser Reihe stehen Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Judith Hopf, Daniel Man und Pietro Sanguineti. (Pressetext Lenbachhaus)

 

»Mit dem Bildermachen gingen also immer schon Reflexionen über die mediale Konstruktion von Wirklichkeiten einher, auch und gerade in den Vermittlungen von Kriegsbildern durch die Massenpresse. Die „Peinture nouvelle“ politisierte sich auch auf diese Weise. Wie beispielsweise in „Journée d’un G.I.“ Das Tableau aus neun Siebdrucken spielt mit dem Zitat der Monkees „I am a believer“ ironisch auf die amerikanische Leichtgläubigkeit und Manipulierbarkeit im Angesicht der Propaganda zum Vietnamkrieg an. Das Tableau  wurde in der „Biennale internationale de l’éstampe“ in Paris  neben Werken von Warhol, Kitaj, Paolozzi, Lichtenstein etc 1967 ausgestellt.«

Hanne Bergius anlässlich der Verleihung des Hannah-Höch-Preises in Berlin 2011

©Ulrike Ottinger, Courtesy: Städtische Galerie Lenbachhaus München