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Ulrike Ottinger über COUNTDOWN

Der Film fängt an mit der Vergangenheit, mit dem, was verloren ist, mit den Toten, aber auch mit dem, was überlebt hat …

 

Der Jüdische Friedhof in Weißensee/Ost-Berlin mit Grabmälern, die verschiedene Epochen und Stile repräsentieren, erzählt uns vom kulturellen Hintergrund und Status der Verstorbenen, ihren orthodox-religiösen oder liberalen Vorstellungen. Verwunschene Orte wie verlassene orientalische Gärten, archaisch alttestamentarische Stelen oder einfache Schieferplatten, die der gemordeten Toten in Theresienstadt, Auschwitz und anderswo gedenken. Der Blick, der die Erinnerung weckt: Mit einem Fährboot vorbei an Häusern mit abblätternder Fassade, Feldern mit Mohn und Kornblumen zu Fischerdörfern mit Netzen, Holzbooten und Storchennestern auf Kirchtürmen. Das Gras wächst zwischen den Pflastersteinen. Danach eine Kamerafahrt auf dem ehemaligen Todesstreifen, der jetzt von Radfahrern und Spaziergängern genutzt wird. Ein neues beliebtes Ausflugsziel der Berliner.

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